Wie der Quereinstieg an Schule beginnen kann: Berliner Senat und Teach First Deutschland im Austausch zur Gewinnung von Lehrkräften

Wie der Quereinstieg an Schule beginnen kann: Berliner Senat und Teach First Deutschland im Austausch zur Gewinnung von Lehrkräften

Am Montagvormittag trafen sich in der Aula der Schule am Schillerpark Expertinnen und Experten, um über Möglichkeiten der Gewinnung von Quereinsteigenden an Schulen in schwieriger Lage zu diskutieren. Der Frage, wie hoch motivierte Talente für den Beruf als Lehrkraft begeistert werden können, gingen neben Anja Herpell (Referatsleiterin Lehrkräftebildung in der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie) und Schulleiter Ronald Fischer (Schule am Schillerpark), Fellows und Alumni von Teach First Deutschland nach. “Quer- und Seiteneinstieg an Schulen in herausfordernder Lage” ist ein Programm von Teach First Deutschland und wird gefördert von der Schöpflin Stiftung und der Wübben Stiftung.

Astrid-Sabine Busse, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, dazu im Vorfeld: „Ich danke den akademisch gut ausgebildeten Teach First-Fellows für ihr Engagement an den Berliner Schulen. Die Fellows sind an ihren Schulen ein wichtiger Faktor für den Erfolg der von ihnen betreuten Schülerinnen und Schüler und sie bereichern die Kollegien an den Schulen. Die Tätigkeit an einer Schule kann auch eine gute Voraussetzung sein, um dann in den Quereinstieg zu wechseln und perspektivisch als reguläre Lehrkraft zu arbeiten. Qualifizierte Fachkräfte sind uns sehr willkommen!“

Ronald Fischer bekräftigt dies: „Wir sind angewiesen auf hoch motivierte und qualifizierte Quereinsteigende, die um die besonderen Anforderungen von Schulen in schwieriger Lage wissen“. Teil seines Kollegiums sind derzeit vier Fellows und zwei Alumni, die einen Quer- bzw. Seiteneinstieg absolvieren. Er schätze an ihnen den frischen Blick auf Schule, ihren Fokus auf Beziehungsarbeit mit den Schülerinnen und Schülern und das Engagement, das sie in zentralen Aufgabenpaketen wie dem Aufbau einer schulischen IT-Infrastruktur zeigen. Auch Projekte der Schule wie die Teilnahme am Duke of Edinburgh-Programm wurden von Teach First-Fellows initiiert und bis heute fortgeführt.

Anja Herpell wünscht sich, dass die Expertise von Teach First Deutschland zur pädagogischen Arbeit an Schulen in schwieriger Lage im Berliner Quereinstiegsprogramm QuerBer einfließt. Vom Fellowprogramm der gemeinnützigen Bildungsorganisation sei sie „100%-ig überzeugt. Bei Interesse der Teach First-Fellows an einer anschließenden Laufbahn als Lehrkraft werden wir alle vorhandenen Möglichkeiten prüfen.“ Wichtig sei es dabei, Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern eine echte berufliche Perspektive zu bieten. Den hohen Ansprüchen und Ambitionen von Teach First-Programmteilnehmenden müssen man adäquat begegnen. Dazu gehöre auch, einen zweiten Weg ins Lehramt langfristig offen zu halten.

Die anwesenden Teach First-Fellows und Alumni betonen, dass die vorhandenen Wege in den Quereinstieg noch flexibler gestaltet werden müssen. Andiskutiert wurden Ideen für den Einsatz von Ein-Fach-Lehrkräften mit zusätzlichen, das Kollegium entlastenden
Aufgabenpaketen wie Digitalisierung sowie der Aufbau von Brückenstudiengängen für das Lehramt an Sekundarschulen, ähnlich dem Zertifikatsstudiengang im Berliner Q-Master für Grundschulen. Durch eine Anrechnung von Inhalten aus dem Felloweinsatz für das Berliner Quereinstiegsprogramm (QuerBer), an der die Senatsverwaltung aktuell arbeitet, könnte der Übergang in QuerBer attraktiver und stringenter gestaltet werden. Für Hannah Rapp und Florian Fischer Müncheberg, beide Teach First-Alumni und Quereinsteigende, war die Teilnahme am Fellowprogramm ein „Riesenvorteil“ für ihren Weg in den Quereinstieg. Dass sie hierfür auch dank des Einsatzes ihrer Schulleitung an ihrer Schule verbleiben konnte, halten sie für sinnvoll und wichtig. „Ich habe mich im Rahmen des Felloweinsatzes bereits gut eingefunden und kann mich damit voll auf die neue Herausforderung – den Rollenwechsel von Fellow zu Lehrkraft – konzentrieren“, berichtet Florian Müncheberg.

„Diesen Job kann nicht jeder machen“, darin waren sich alle Anwesenden einig. Mit welchem konkreten Angebot es gelingen kann, Fellows als Lehrkräfte an Schulen in schwieriger Lage zu halten, dazu werden die Vertreterinnen und Vertreter von Teach First Deutschland und Berliner Senat für Jugend, Bildung und Familie in den kommenden Monaten tiefergehende Gespräche führen. Aus Sicht von Teach First Deutschland war das Treffen am Montag ein gelungener Erfahrungsaustausch und es war besonders erfreulich, dass die Fachexpertinnen und -experten der Senatsverwaltung zugegen waren und mit Fellows und Alumni offen ins Gespräch gegangen sind.

Weitere Informationen zum Programm von Teach First Deutschland finden Sie hier.

Foto: Moritz Richter

Ansprechpartnerin für die Presse:
Wübben Stiftung

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